Virgins - oder das geheime Leben von Teenagern und Erwachsenen

von John Retallack
für Leute ab 14 Jahren

Ein Stück Theater mit LiveMusik über das Erwachsenwerden

Vier Menschen, die scheinbar zufällig eine Familie bilden. Zufällig deshalb, weil alle vier mit sich selbst beschäftigt sind, ihre eigenen Probleme in den Vordergrund stellen:
Die Eltern haben sich mittlerweile so sehr verändert, dass sie kaum noch mit dem Paar von früher zu vergleichen sind, welches sich einmal liebte.
Die beiden Kinder hingegen, entdecken gerade ihre Sexualität so richtig. Jack, 17, versucht  bei seinen Freunden mitzuhalten, plagt sich mit einer Geschlechtskrankheit rum und muss sich von seinem Vater Predigten anhören, obwohl der in seiner Jugend selbst gar nichts hat anbrennen lassen.
Zoe, 15, will auf den richtigen warten und ist somit die einzige, deren Probleme sich scheinbar auf einen harmlosen Party-Kuss beschränken.

“Virgins” beschreibt scharfsinnig, direkt, mit emotionaler Wucht aber auch mit einem Augenzwinkern ein alltägliches Drama, wie es sich in jeder Familie abspielen könnte.

Die typische Familienkonstellation setzt voraus, dass Eltern ihren Kindern erklären, wie das Leben laufen soll. Dass Erwachsene aber oft ihr "Leben" selber in Frage stellen und damit nicht klar kommen ist eine schwere, fast schmerzhafte Erkenntnis.

Die Jugendlichen ihrerseits müssen einsehen, dass nicht mehr auf die Eltern hören zu wollen in der Konsequenz bedeutet, die Verantwortung für die eigenen Erfahrungen zu tragen, die entscheidenden Schritte selbst zu gehen und für diese auch selber einzustehen.

Von Jugendlichen wird oft erwartet, dass sie sich eine sexuelle Naivität bewahren und eine inzwischen hochgradig sexualisierte Kultur passiv betrachten sollen.
Aber obwohl all diese Teenager quantitativ überinformiert sind, haben sie trotzdem selten eine erotische Sprache entwickelt.
In einer Welt, in der wir oft das Gefühl haben, jede Erfahrung wurde durch die allgemeine Reizüberflutung ihrer Einmaligkeit beraubt, ist Sexualität eines der wenigen Dinge, in denen wir unsere Intimität und Faszination zu bewahren suchen.

“Wie schon John Retallack’s Erfolgsstück “Hanna und Hanna” zeichnet  sich auch “Virgins” durch seinen unprätentiösen Charme und Direktheit aus. Das Thema Safer Sex, das sich scheinbar nur für eine Staatliche Aufklärungskampagne eignet, wird hier zur scharfsinnigen und unterhaltsamen Untersuchung des Mikrokosmos Familie, wo der älteren Generation entgangen ist, wie sie sich selber als Jugendliche gefühlt haben.” (The Guardian)

    1. Konzept/Regie: Taki Papaconstantinou
      Spiel: Graham Smart, Simon Alois Huber, Gabriela Leutwiler,
      Jennifer Vollstuber
      LiveMusik: Domi Schreiber (MyKungFu)
      Ausstattung: Peter Hauser
      Administration/Produktionsassistenz: Jacqueline Kölliker
      Stücklänge: ca. 60 Minuten
      Deutschspr. Erstaufführung: 17.09. 2011 Theater am Gleis Winterthur

Eine Koproduktion von theater bravebühne mit Theater am Gleis Winterthur und Rote Fabrik Zürich