Camping

von Taki Papaconstantinou und Crusius&Deutsch

 

Toni und Emmi, Freundinnen seit jeher, verbringen wie jedes Jahr ihren Urlaub fernab der üblichen Touristenströme auf einem namenlosen Campingplatz nahe der Gotthardroute.
Hier, wo die Zeit stehen geblieben ist, erinnern sie sich an die vergangenen goldenen Zeiten der schweizerischen Ferien- und Freizeitkultur. Trost spenden ihnen dabei heutige Geschichten über Bekannte und Unbekannte die, in den Fängen von Kuoni und Konsorten, horriblen Lastminute- und Fünfsterneabenteuern ausgeliefert worden sind. Nur durch ihre konsequent konservative Ferienplanung, die niemals ein unschweizerisches Risiko eingegangen ist, sind sie davon glücklicherweise verschont worden.
Zurückgezogen in ihrem Reduit könnten sie somit noch auf ewig in ihren Fotoalben blättern, wenn nicht die zunehmende kulturelle Globalisierung gnadenlos und unbarmherzig ihren giftigen Samen über die akkurat geschnittene Campingplatzhecke wehen würde…

 „Camping“ versucht Heimat, Fernweh und die Realität einer multikulturellen Gesellschaft in ein Stück Theater fliessen zu lassen.
Wir wollen dabei an Klischees kratzen, in die Tiefe bohren und uns dabei auch unangenehmen Wahrheiten stellen.
Als Werkzeuge dienen uns dabei Toni und Emmi, zwei Damen im mittleren Alter mit urschweizerischen Ansichten. Diese zwei Durchschnittsrepräsentantinnen unserer Nation  pflegen den so genannten gesunden Menschenverstand.
„Camping“ ist eine musikalische Satire in der der Humor bestimmt nicht zu kurz kommt, ohne dass wir uns dabei andauernd auf die Schenkel schlagen müssen.

 

  1. Regie: Taki Papaconstantinou
    Es spielen: Sabina Deutsch, Carmen Crusius
    Bühne: Peter Keller
    Kostüme: Natalie Péclard
    Musik: Martin Schuhmacher
    Uraufführung: 28. Januar 2010, Theater am Gleis, Winterthur